Risiken Sozialer Medien – Cybergrooming in Onlinegames

Posted by:  Melanie Hartung,   Dienstag, 08.08.2017

Comic-Clip als Diskussionsgrundlage für eine Auseinandersetzung mit den Kommunikations- und Interaktionsrisiken von Onlinespielen – in drei Minuten kurzgefasst!

Aus einer Kooperation1 zwischen der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg dem Institut für Deutsche Sprache und ist ein Comic-Clip entstanden, mit dem ein Beitrag dazu geleistet werden soll, dass Eltern sich einerseits intensiver mit der Mediennutzung ihrer Kinder auseinandersetzen und andererseits auf das mögliche Risiko der Anbahnung des sexuellen Missbrauchs (sog. Cybergrooming) über kindgerechte Onlinespiele hinweisen.

Das Video finden Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=G3Kyk8K0Y90&feature=youtu.be

Der Clip behandelt das Risiko, dass Kinder bei Onlinespielen mit unbekannten Mitspielern konfrontiert werden können. Insbesondere wird dabei auf das Risiko des sogenannten Cybergrooming – also der Anbahnung des sexuellen Missbrauches von Kindern über onlinebasierte Medien – eingegangen. Dies erfolgt, in dem im ersten Teil aufgezeigt wird, dass Eltern und Kinder zu Recht sensibel sind, wenn auf einem Spielplatz unbekannte Erwachsene Kinder ansprechen. Im zweiten Teil wird jedoch aufgezeigt, dass diese Schutzmechanismen versagen, wenn unbekannte Erwachsene in Onlinespielen mit den Kindern interagieren. Abschließend werden Tipps und Hinweise sowohl für Kinder als auch für die Eltern gegeben, welche als Diskussionsgrundlage für eine Auseinandersetzung mit den Kommunikations- und Interaktionsrisiken von Onlinespielen dienen können.

Hintergrundinformationen

Nach einer Studie des Bundesverbandes Interaktiver Unterhaltungsmedien (BIU) sollen alleine 2017 in Deutschland 34 Millionen Menschen und alleine 3 Millionen Kinder bis 9 Jahren zumindest gelegentlich Computer- und Videospiele spielen2. Hiervon sollen wiederum 26.5 Millionen Menschen direkt Onlinespiele nutzen – also digitale Spiele die zumeist eine onlinebasierte Kommunikationsmöglichkeit beinhalten, wobei bereits etwa jedes 2. Kind ab 7 Jahren zumindest gelegentlich solche Spiele nutzt3. Hierbei spielen die Kinder – selbst in Onlinespielen die Altersempfehlungen für Kinder erhalten – ganz selbstverständlich mit Erwachsenen zusammen. Aus dieser Interaktion zwischen Kindern und Erwachsenen können auch eine Vielzahl an Risiken entstehen, die von der Konfrontation mit extremistischen Meinungen, über Hatespeech bis zur Konfrontation mit Sexualtätern reichen3.

Das Phänomenfeld Cybergrooming verzeichnet sowohl auf Bundesebene als auch im Land Brandenburg stetig wachsende Anzeigeraten. So haben sich die Fallzahlen bundesweit seit 2013 auf 1039 Fälle nahezu verdoppelt4 und im Land Brandenburg auf 59 Anzeigen im Jahr 2016 annähernd verdreifacht. Positiv zu vermerken ist hingegen, dass die Aufklärungsquote des Deliktes seit Jahren konsequent über 80% liegt – im Jahr 2016 lag sie bundesweit bei 85,2% 4.

1Namentlich: Thomas-Gabriel Rüdiger, M.A., Kriminologe am Institut für Polizeiwissenschaft der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg, Forschungsfeld Cyberkriminologie und Digitale Polizeiarbeit und Frau Prof. Konstanze Marx,Institut für deutsche Sprache, Mannheim.

2 https://www.biu-online.de/marktdaten/altersverteilung-der-nutzer-digitaler-spiele-in-deutschland/

3 https://ub-deposit.fernuni-hagen.de/rsc/viewer/mir_derivate_00000591/DSiD_R%C3%BCdiger_Onlinespiele_Spielfeld_2016.pdf?page=2

4 Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundes und der Länder, Grundtabelle 05 „Tatmittel Internet“, Tatschlüssel 131400

Unter http://www.klicksafe.de/  (EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz) finden Sie viele Informationen und Materialien für Lehrkräfte, Eltern, Jugendliche und Kinder.